Maisbeulenbrand im Mais – erkennen, bewerten, sicher nutzen
Maisbeulenbrand ist in vielen Jahren ein Randthema, kann unter Stressbedingungen aber schnell zum Problem für Ertrag und Silagequalität werden. Der Pilz Ustilago maydis verändert den Energiegehalt der Pflanzen und erhöht das Risiko für Nacherwärmung in der Maissilage.
Für Milchvieh- und Bullenmastbetriebe stellt sich dann die Frage: Wie stark ist der Bestand betroffen? Was bedeutet das für Futterwert und Silagequalität – und in welchem Umfang lässt sich Maissilage mit Maisbeulenbrand noch verfüttern?
Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Maisbeulenbrand im Feld sicher erkennen und seine Auswirkungen auf Ertrag und Maissilage einschätzen. Außerdem erfahren Sie, wie Sie befallene Flächen über Erntezeitpunkt, Siliermanagement und den Einsatz von Siliermitteln wie Josilac Combi (LINKhttps://josera-agri.com/de/silage/siliermittel/josilacr-combi-siliermittel.html) sicher und wirtschaftlich in Ihre Fütterung integrieren.
Maisbeulenbrand erkennen – typische Symptome an Pflanze und Kolben
Maisbeulenbrand wird durch den Pilz Ustilago maydis verursacht. Er befällt vor allem junges, stark wachsendes Gewebe. Typisch sind beulenartige Wucherungen, die zunächst hell und prall erscheinen und später eintrocknen und schwarz werden.
Wichtige Erkennungsmerkmale:
- anfangs weißlich-graue, „aufgeblähte“ Gallen an Kolben, Stängel, Blättern oder Fahne
- später graubraune, aufplatzende Beulen mit schwarzer, staubiger Sporenmass
- am Kolben oft große Gallen anstelle normal ausgebildeter Körner
Für die Bewertung des Bestands ist entscheidend, wie viele Pflanzen betroffen sind und ob vor allem Kolben oder „nur“ Blatt- und Fahnenbereiche befallen sind. Ab etwa 20 % deutlich befallener Pflanzen im Schlag wird der Maisbeulenbrand für Ertrag, Futterwert und die Nutzung in Milchviehrationen kritisch.
Maisbeulenbrand im Futter: giftig oder verfütterbar?
Für Rinder gilt Maisbeulenbrand nach aktuellem Wissensstand nicht als toxisch. Der Pilz wird in einigen Ländern sogar als Speisepilz genutzt. Probleme in der Fütterung entstehen vor allem durch
- den reduzierten Energiegehalt und die veränderte Nährstoffzusammensetzung
- mögliche Sekundärinfektionen mit Schimmelpilzen und deren Mykotoxinen
Praxisorientierte Leitlinien:
- stark befallene Bestände nicht an Milchkühe verfüttern
- Maissilage mit Maisbeulenbrand nur begrenzt und nicht an Frischmelker einsetzen
- Anteil von Maissilage mit Maisbeulenbrand in der Gesamtration klar begrenzen und auf Tiergruppen mit geringerer Empfindlichkeit ausweichen
Eine Futterwert- und ggf. Mykotoxinuntersuchung hilft, die Silage gezielt in die Ration einzuplanen.
Ernte- und Silierstrategie bei Maisbeulenbrand
Bei Maisbeulenbrand ist die Frage nicht nur „ob“, sondern vor allem „wann“ und „wofür“ geerntet wird. Pauschale Empfehlungen sind schwierig, weil Befallsgrad, befallene Pflanzenteile, Trockenmassegehalt und betriebliche Nutzung (Milchkuh, Jungvieh, Biogas) zusammenspielen.
Generell gilt: Je höher der Befallsdruck, desto eher übersteigen die Verluste durch den Pilz den Nutzen eines weiteren Reifefortschritts. Je 10 Prozent Befallsgrad kann der Trockenmasseertrag um bis zu 20 Prozent sinken, der Kolbenanteil nimmt ab, die Körner reifen schlechter aus.
Orientierung für die Praxis:
- milchreife Bestände nur bei deutlich steigendem Befall ernten, sonst drohen zu niedrige TM-Gehalte und hohe Sickersaftverlust
- bei teigreifem Mais kann eine frühere Ernte bereits bei moderatem Befall sinnvoll sein
- bei alternativer Nutzung (z. B. Biogas) ist oft eine früherer Erntetermin wirtschaftlicher
Beim Silieren ist wichtig:
- kurz häckseln (etwa 4–6 mm) und konsequent verdichten
- intensiv verdichten
- das Silo eignet sich nicht für eine schnelle Öffnung
- kleine Anschnittflächen und hoher Vorschub, um Nacherwärmung zu begrenzen
Vorbeugung im Maisbestand
Maisbeulenbrand lässt sich nicht vollständig verhindern, aber das Risiko lässt sich senken. Ziel ist ein gleichmäßiger, wenig gestresster Bestand.
Wichtige Maßnahmen:
- standortgerechte, gesunde Sorten mit guter Kolbenstabilität wählen
- gleichmäßiger Feldaufgang durch passenden Saattermin, Saatstärke und Nährstoffversorgung
- Stress und mechanische Verletzungen möglichst vermeiden (Trockenstress, Staunässe, Hagel, grobe Bearbeitung)
- Fruchtfolge und sorgfältige Einarbeitung von Ernteresten, um Sporenaufkommen langfristig zu begrenzen
Maßnahmen zur Verbesserung der Silage – Einsatz von Josilac combi
Maissilagen aus Beständen mit Maisbeulenbrand sind besonders anfällig für Nacherwärmung, weil der Pilz leicht verfügbare Zucker verändert und die aerobe Stabilität deutlich reduziert ist. Ein Silo mit beulenbrandbelastetem Material bleibt an der Anschnittfläche oft nur halb so lange stabil wie eine vergleichbare, gesunde Maissilage.
Gleichzeitig läuft die pH-Absenkung beim Silieren nicht immer optimal, was Gärverluste und Nährstoffverluste begünstigt.
Der Einsatz von Josilac combi fördert eine schnelle, stabile Milchsäuregärung und verbessert die aerobe Stabilität. Das hilft, Nacherwärmung am Anschnitt zu reduzieren und den Futterwert besser zu sichern – besonders dann, wenn:
- der Befall im Bestand deutlich ist,
- mit niedrigen TM-Gehalten und erhöhten Gärverlusten zu rechnen ist,
- große Anschnittflächen oder begrenzter Vorschub die Silage zusätzlich belasten.
Josilac combi kann helfen, Maissilage mit Maisbeulenbrand zu stabilisieren und so erhebliche Kosten zu sparen, die entstehen würden, wenn eine nacherwärmte oder verdorbene Silage am Ende nicht mehr verfüttert werden kann.
So unterstützt JOSERA Ihren Betrieb
JOSERA kann Sie bei der Einschätzung befallener Maisschläge, bei der Wahl der Erntestrategie und beim Siliermanagement begleiten. Dazu gehören die Beratung zu Erntestrategien, der gezielte Einsatz von Siliermitteln wie Josilac Combi sowie die Einbindung befallener Maissilagen in eine stabile Ration.
Wenn Sie unsicher sind, wie stark beulenbrandbelastete Bestände im Betrieb genutzt werden können, sprechen Sie mit Ihrem JOSERA-Fachberater, um den optimalen Umgang mit Maisbeulenbrand in Ihrem Betrieb zu finden.
FAQ Maisbeulenbrand
Ist Maisbeulenbrand giftig für Rinder?
Nach derzeitigem Wissensstand gilt Ustilago maydis für Rinder nicht als toxisch. Probleme entstehen eher durch verminderten Energiegehalt, veränderte Inhaltsstoffe und mögliche Sekundärinfektionen mit Schimmelpilzen.
Lohnt sich bei Maisbeulenbrand der Einsatz eines Siliermittels?
Bei deutlich befallenen Beständen ist ein Siliermittel sinnvoll, das pH-Absenkung und aerobe Stabilität unterstützt. Josilac Combi kann helfen, Gärverluste und Nacherwärmung zu begrenzen und die Silage besser in eine stabile Ration einzubinden.
Welche Tiergruppen sind bei Maisbeulenbrand-Silage besonders empfindlich?
Besonders vorsichtig sollten Sie bei Frischmelkern, hochtragenden Kühen und Jungtieren sein. In diesen Gruppen sollte Silage aus stark beulenbrandbefallenem Mais – wenn überhaupt – nur in begrenzten Anteilen eingesetzt werden. Besser geeignet sind robustere Tiergruppen mit niedrigerem Leistungsdruck, zum Beispiel Trockenstehende oder ältere Masttiere, und immer auf Basis einer vorherigen Futterwert- und ggf. Mykotoxinuntersuchung.